Mental Load als Mutter: Oft ein Problem!

Die Gedankenarbeit innerhalb einer Familie ist oftmals weiblich – und das ist ein Problem. Denn die zusätzliche Last, die Frauen immer und konstant mit sich herumtragen zehrt an der Substanz. Die Planerei für nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Familie erzeugt auf Dauer einen Stress, dem keine von uns durchgängig standhalten sollte.

Mental Load geht uns alle an

Die Gedankenarbeit innerhalb einer Familie ist oftmals weiblich – und das ist ein Problem. Denn die zusätzliche Last, die Frauen immer und konstant mit sich herumtragen zehrt an der Substanz. Die Planerei für nicht nur sich selbst, sondern die gesamte Familie erzeugt auf Dauer einen Stress, dem keine von uns durchgängig standhalten sollte.

Besonders nach der Geburt des ersten Kindes, oder sogar bereits in der Schwangerschaft, gibt es kaum eine Frau, die den Mental Load nicht spürt. Selbst wer vorher eine fast 100% gleichberechtigte Beziehung führte, erlebt plötzlich eine neue Dynamik. Still- oder Fläschchen-Rhythmus, wann müssen neue Windeln gekauft oder auf die neue Größe Bodys umgestiegen werden – und die U-Termine!

Eins ist klar: Der Großteil dieser Planung, dieser Gedankenarbeit wird von den (werdenden) Müttern erledigt. Natürlich gerne, denn es geht ja um das Schönste auf der Welt. Aber nichts desto trotz ist es Arbeit, und zwar eine, die oft übersehen wird.

Vorab: Selbstverständlich gibt es viele Väter, denen an einer gerechten Verteilung gelegen ist und die vielleicht sogar genau diese Themen auf dem Schirm haben. Und selbst die, die das nicht tun, sind dadurch keinesfalls schlechtere Väter!

Was ist eigentlich Mental Load?

Trotzdem ist und bleibt Überlastung bzw. Mental Load ein Frauen-Thema. Es geht nicht nur darum. dieses Thema wahrzunehmen und zu verstehen. Es geht darum, etwas gegen diese ungleiche Verteilung der unsichtbaren Arbeit zu tun.

Die stetige Last im Kopf, wer noch was, wo, und wie besorgen oder erledigen muss, und warum überhaupt. Das Hinter-den-Kulissen-Organisieren: Eine Dauerbelastung, welcher ganz besonders oft Frauen ausgesetzt sind.

Und diese durchgängige Belastung zehrt. Schlicht und einfach.

Hand aufs Herz: Es ist keinesfalls so, dass wir Experten auf dem Gebiet sind. Im Gegenteil, an 5 aus 7 Tagen die Woche (okay, wahrscheinlich eher an 7 aus 7 Tagen) gibt es mindestens eine Situation, die uns allen immer wieder unseren eigenen Mental Load vor Augen hält. Der kurze Nervenzusammenbruch weil das Kind den Wasserbecher umgeworfen hat, das Nicht-Einschlafen-Können trotz wahnsinniger Müdigkeit, weil die Checkliste im Kopf einfach nicht leise sein will. Der ständige Druck, immer alles schaffen zu müssen – oder zu wollen! – bringt uns Mütter oft an unsere Grenzen. Kein Wunder also, wenn wir unsere Nerven öfter mal verlieren.

Diese Tipps helfen uns, wenn der Mental Load mal wieder Überhand nimmt

Genau deshalb ist es wichtig Strategien zu finden, mit denen wir uns selbst stärken, ein wenig den Druck nehmen und so der Dauerbelastung Gedankenarbeit etwas besser standhalten können. Leichter gesagt als getan! Wir arbeiten jeden Tag etwas weiter daran, perfekt ist das noch lange nicht. Aber vielleicht geht es ja auch irgendwie darum, oder? “Perfekt” sollten wir direkt aus unserem Vokabular streichen – unperfekt kann genauso gut sein, wenn nicht sogar noch viel besser.

1. Hinterfrage deine eigene Verantwortung

Die vielleicht wichtigste Frage, die du dir bei eigentlich allen anfallenden Aufgaben stellen solltest: Musst du das gerade tun? Klar, vieles was im normalen Familienalltag anfällt, kommt irgendwie automatisch auf deine To-Do Liste, schließlich war das schon immer so. Aber genau das ist ein massives Problem: Nur, weil es schon immer deine Aufgabe war, bestimmte Dinge zu erledigen und du darin natürlich geübter bist, heißt es noch lange nicht, dass das für alle Ewigkeit so sein muss. Das für sich selbst zu hinterfragen, kann schon einen riesigen Unterschied machen.

2. Perfekt ist doch langweilig – Verlange nicht zu viel von dir

Es muss nicht immer alles perfekt sein. Du musst nicht immer perfekt sein! Auch wenn es schwerfällt, das zu akzeptieren. Aber letztlich ändert sich vieles, wenn ein kleiner, ganz eigener Mensch in unser Leben kommt – auch, dass du immer zu 100% in Kontrolle bist.

Angefangen vom Wochenbett, in dem du bestenfalls richtige Bettruhe hältst und alles andere ruhig mal liegen lässt, hin zu zehrenden Tagen und Nächten in denen der Abwasch das Allerletzte auf deiner Liste ist. Wäre früher nie passiert, aber Schlaf ist nun mal wichtiger.

3. Reden, reden, reden

Das A und O – denn oft ist es dem Partner gar nicht bewusst, wie sehr er sich in etlichen Alltagssituationen auf seine “Managerin” verlässt. Das könnte man jetzt anprangern, und nur wirklich wenige Dinge bergen so viel Streitpotenzial wie “hättest du mal was gesagt, ich hätte dir doch gerne geholfen!”.

Aber Kommunikation ist besser als Konflikt und ein klares Ansprechen der Punkte, die dich stören, kann den Stein ins Rollen bringen. Auf Dauer kann man so als Paar aufeinander bauen und Verantwortungen gut und gerecht aufteilen – und darum geht es doch.

4. “Anders” ist nicht gleichzusetzen mit “schlecht”

Jetzt wird’s vielleicht kurz unangenehm: Wie oft hast du dir schon gedacht, dass so wie du es machst, einfach besser ist? Und kein Wunder: Unsere Gesellschaft zwingt uns Frauen unendlich effizient zu sein – leider und immer noch. Rollenbild Hallo. Daher hatten wir doch sicher alle schon die Momente, wo wir mit den Worten “na dann lass mich halt machen!” genervt geseufzt haben.

Trotzdem ist “anders” nicht automatisch schlecht. Ja, dann ist die Windel vielleicht etwas schief und ein Knopf vom Schlafanzug wurde übersprungen – was soll’s! Dafür hattest du ein paar Minuten für dich, weil dein Mann das Baby bettfertig gemacht hat. Loszulassen und zu akzeptieren, dass er es nun mal anders, aber wirklich nicht unbedingt schlechter macht, ist wahnsinnig schwer, aber es lohnt sich.

“Das Einzige, was Frauen in diesem für sie normalen Wahnsinn helfen kann, ist eine gleichberechtigte Partnerschaft, in der Männer sich nicht als Hilfsarbeiter verstehen, sondern als Mitgestalter. Das bedeutet aber auch, dass Frauen bereit sind, Kontrolle abzugeben und von ihren Vorstellungen abzuweichen.” – Heike Kleen

5. Lass dir keine guten “Ratschläge” aufschwatzen

Das vielleicht nervigste Phänomen, sobald man Mutter wird: Jeder, wirklich jeder will plötzlich mitreden. “Schläft er denn schon durch?” – “Wie, du stillst sie immer noch?” – “Also zu meiner Zeit hat man das nicht gemacht…” – STOP. Gut gemeinte Ratschläge sind oft alles andere als gut. Wenn du merkst, dass diese dich zusätzlich belasten, darfst du jederzeit die Reißleine ziehen. Solltest du sogar!

6. Hör auf, IMMER hilfreich zu sein!

Leider ist es noch immer so, dass Mädchen oft eher dazu erzogen werden, “lieb” zu sein und immer helfen zu wollen. Das ist per se keine schlechte Eigenschaft. Schwierig wird es allerdings dann, wenn diese Hilfe bereits von uns erwartet wird. Ohne jetzt schon wieder zu vielen Männern auf den Schlips treten zu wollen: In klassischen Männer-Frauen-Verteilungen ist es allzu oft so, dass Frauen ganz ungesehen und ungefragt alles erledigen, was eben zu erledigen ist. Ohne ein Dankeschön, ohne Anerkennung. Und das Schlimmste: Oft ganz von sich selbst aus! Es kann also sein, dass du – ohne dass dein Mann überhaupt je wusste, dass er in einer bestimmten Sache deine Unterstützung braucht – einfach schon alles erledigst. Abgehakt, nächster Punkt!

In diesen Momenten, erinnere dich bitte daran: Wir sind keine Weihnachtselfen. Sag lieber öfter mal nein und hör auf, immer direkt helfen zu wollen.

7. Lieber versuchen, Lösungen zu finden anstatt an Problemen festzuhalten

Im Gegenteil: Frag ruhig aktiv nach Hilfe und lass dir dann auch wirklich helfen. Viel fordern ist okay! Denn auch bei so vielen anderen Punkten, die auf der Checkliste in deinem Kopf stehen, musst du es dir nicht unnötig schwer machen. Online-Lieferung von Lebensmitteln, Windelabo, Milch-Abo – so weißt du trotzdem, dass alles läuft. Findet zusammen Lösungen – das erfordert vielleicht noch einmal etwas mehr Gedankenarbeit von dir, wird dich aber auf Dauer ganz schön entlasten. Und dir unnötig schwere Tüten in der Drogerie ersparen, während das Baby im Kinderwagen weint und du deinen Geldbeutel erst suchen musst. Denn das ist auch so schon stressig genug.

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Und jetzt?

Es muss sich etwas ändern – besonders jetzt. Das Problem ist natürlich größer als nur einmal tief durchzuatmen und die eigenen Ansprüche etwas runterzuschrauben. Gesellschaftlich wird von Frauen einfach mehr erwartet als von Männern – kein Wunder, dass wir das also auch von uns selbst tun! Und auf genau dieser Ebene können wir versuchen, einen Grundstein zu legen. Um unseren Kindern nicht genau das gleiche Problem weiterzugeben, und um unseren eigenen Alltag zu erleichtern. Und darum geht es doch in allererster Linie, oder nicht?

Strukturen aufzubrechen erfordert fast genau so viel Arbeit, wie die Gedankenarbeit es von sich aus schon tut. Um das zu erleichtern gibt es zum Glück viele Frauen, die laut werden. Uns inspirieren, unsere eigenen Situationen zu hinterfragen und das Thema immer und immer und immer wieder aus unseren Hinterköpfen hervor holen.

Auf unserem Instagram Kanal teilen wir regelmäßig einige dieser Inhalte:

Einige unserer liebsten Accounts dazu?

Und ansonsten? Tief durchatmen hilft tatsächlich wirklich. Falls es mal wieder brenzlig ist. Und das Wissen, dass du in alldem nicht alleine bist. Kennst du schon unsere #coolmomsdontjudge Community? Gestartet haben wir diese für mehr Toleranz und Unterstützung unter Eltern – und weniger Mom-Shaming!

No shame in your feeding game!