Finanztipps für Mütter: Im Moneytalk mit Madame Moneypenny

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie intensiv beschäftigst du dich mit deinen eigenen Finanzen? Denen deiner Familie? Hast (nicht nur in der Vergangenheit) hin und wieder ein schlechtes Gewissen, aufs Konto zu schauen? Von richtigen Rücklagen für schlechte Zeiten müssen wir gar nicht erst reden, oder? In der ein oder anderen Form kennen wir das doch alle – ein brisantes Thema, über das nach wie vor zu wenig gesprochen wird. Und ja: Ganz besonders für Frauen, auch wenn wir das heutzutage vielleicht nicht unbedingt wahrhaben wollen.

Finanztipps für Frauen: Im Moneytalk mit Madame Moneypenny

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie intensiv beschäftigst du dich mit deinen eigenen Finanzen? Denen deiner Familie? Hast (nicht nur in der Vergangenheit) hin und wieder ein schlechtes Gewissen, aufs Konto zu schauen? Von richtigen Rücklagen für schlechte Zeiten müssen wir gar nicht erst reden, oder? In der ein oder anderen Form kennen wir das doch alle – ein brisantes Thema, über das nach wie vor zu wenig gesprochen wird. Und ja: Ganz besonders für Frauen, auch wenn wir das heutzutage vielleicht nicht unbedingt wahrhaben wollen.

Hinweis: Das Interview von Julia und Natascha (Madame Moneypenny) hat 2019 stattgefunden. Die Zahlen zur Gender Pay Gap haben sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leicht geändert. Frauen verdienen 2020 durchschnittlich 18 % weniger. In Westdeutschland (und Berlin) sind es 20 % und im Osten 6 %.

 

Finanztipps für Frauen – dazu gehört auch das Thema Beruf oder besser zurück in den Job nach der Elternzeit. Julia, Social Media Managerin und werdende Mama, hat sich für uns mit Natascha Wegelin, aka der famosen Madame Moneypenny unterhalten. Sie ist Autorin und Unternehmerin mit einem der größten Blogs und Podcast Deutschlands zum Thema Finanzen für Frauen. Ihr Ziel: Frauen nicht nur zu ermutigen, sondern auch mit konkreten Tipps zu unterstützen – eine riesige Inspiration!

Das ganze Video zum Interview gibt es hier:

 

 

Finanztipps für Frauen, so hat alles begonnen

Julia: Liebe Natascha, wie schön dass du dir heute Zeit für uns nimmst und mit uns über das Thema Finanzen sprichst und vielleicht sogar ein paar Finanztipps teilst! Ein unheimlich wichtiges Thema, besonders für Frauen. Wie kamst du dazu?

Natascha: Ich bin damals eigentlich aus Eigentherapie zu Madame Moneypenny gekommen. Als ich mein erstes eigenes Unternehmen gegründet habe, kam die Frage nach der Rentenversicherung auf. Ich habe mich dagegen entschieden und bin stattdessen einer Finanzberaterin auf den Leim gegangen. In den nächsten 3 Jahren habe ich sehr viel Geld in eine Versicherung und die Gebühren dafür in den Sand gesetzt. Das war für mich ein absoluter Aha-Moment – es kann doch nicht sein, dass ich von sowas so gar keine Ahnung habe!

Als ich dann mit Freundinnen darüber gesprochen habe, fiel mir auf, dass auch da die eigene Finanzplanung, die eigene Vorsorge nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt – wirklich erschreckend. Vielleicht gibt es da einfach noch nicht das richtige Angebot, das Frauen wirklich anspricht sich mit dem Thema zu beschäftigen? Deshalb habe ich angefangen, Madame Moneypenny aufzubauen – und zwar auf Augenhöhe über das Thema Finanzen und Finanztipps für Frauen zu schreiben, von Frau zu Frau, nicht von irgendeinem Berater.

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Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen, denn Altersarmut ist weiblich

Julia: Erzählst du uns, wieso dir dieses Thema so wichtig ist?

Natascha: Naja, du sagst es: Finanzielle Unabhängigkeit! Altersarmut ist weiblich. Ich habe neulich mit unserem aktuellen Finanzminister zusammengesessen und auch über solche Themen gesprochen. Spätestens seither ist mir klar: Höchste Eisenbahn, auf politischen Systeme sollten wir uns nicht verlassen. Ein stückweit muss jede von uns für sich selbst verantwortlich sein. – jemand anderes wird es nicht für dich machen. Das ist meine Mission – wachrütteln und sagen: Hey, du musst da was tun! Und bestenfalls zeige ich auch gleich, was man denn tun sollte. Sich generell darum kümmern, Geld zu investieren, selbst Vermögen aufzubauen – um eben nicht in eine mögliche Altersarmut zu rutschen, um nicht von einem Mann abhängig zu sein, egal wie sehr man ihn vielleicht liebt.

Da kommen so viele Themen zusammen, aber der Überbegriff ist Unabhängigkeit: Von politischen Entscheidungen, von meinem Mann, von Freunden, Beratern – einfach alles selbst in die Hand zu nehmen. Das finde ich unheimlich wichtig, sowohl auf rationaler Ebene als auch auf emotionaler. Schließlich ist es so, dass ich einfach viel mehr Power habe, auch in anderen Lebensbereichen, wenn ich dieses wichtige Thema geregelt habe: Ich habe meine eigenen Finanzen im Griff, ich treffe meine eigenen Entscheidungen!

Job nach Elternzeit

Gender Pay Gap und Frauenberufe

Julia: Du sprichst hier die Altersarmut bei Frauen an – besonders im Bezug auf das Thema Männer/Frauen. Frauen verdienen im Schnitt noch immer bedeutend weniger als Männer. Der sogenannte Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei sage und schreibe 21%. Es gibt auch einen “bereinigten” Wert, der liegt bei 6%, da werden dann gleiche Berufe miteinander verglichen. Trotzdem sind die 21% natürlich ein realer Fakt: Woran liegt das?

Natscha: Es gibt immer noch typische “Frauenberufe” – Pflegeberufe, Kindergärtner, und so weiter – und das sind die Berufe, die traurigerweise nicht sonderlich gut bezahlt werden. Das ist leider ein absoluter Fehler im System, so wichtig diese Berufe für unsere Gesellschaft auch sind, denn genau so kommt die Pay-Gap zustande. Auch dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten, spielt da ganz klar mit rein!

Worüber wir als Frauen aber eigentlich richtig sauer sein sollten, sind tatsächlich diese 6%! Gleiche Arbeit, unterschiedlich entlohnt – das geht gar nicht! Es ist eine Sache, dass es vielleicht historisch so gewachsen ist, dass Frauen eher in Pflegeberufen, sozialen Berufen fündig werden – auch wenn ich natürlich hoffe, dass sich auch hier etwas ändert und Frauen in Zukunft nicht mehr vor naturwissenschaftlichen Themen zurückschrecken.

Klar, ich war auch schlecht in Mathe, aber vielleicht spielt hier auch Priming eine Rolle. Also, dass das was dir eingepflanzt wird als Glauben, beispielsweise “Mädchen sind schlecht in Mathe”, sich bei einem selbst manifestiert hat. Da gibt es ganz spannende Studien, und ich bin mir sicher dass vieles tatsächlich auch auf Sozialisierung zurückzuführen ist.

Aber alles in allem: Die 21% Gender Pay Gap ist einfach scheiße, ein Fehler im System – aber die 6% machen mich persönlich noch viel wütender. Die gleiche Arbeit, aber für 6% weniger Geld. Mit welcher Berechtigung?

(Update 2022: Nach dem Statistischen Bundesamt ist die Gender Pay Gap in Deutschland auf 18 % gesunken. In Westdeutschland (und Berlin) sind es 20 % und in Ostdeutschland 6 %.)

Frauen halten den eigenen Erfolg eher klein

Julia: Außer Mädchen schon von früh an einzuflößen, dass sie alles mindestens genau so gut wie Jungs können – was denkst du, könnte man noch dagegen tun?

Natascha: Ich denke, das ist einerseits Erziehungssache und natürlich ist es auch ein Fehler im System, dass Pflegeberufe schlechter bezahlt werden. Auf der anderen Seite ist es aber auch die Frage: Was kann ICH dafür tun, dass ich nicht in diese 6% falle? Das fängt damit an, mein Gehalt besser zu verhandeln, mehr für mich selbst aufzustehen, die eigenen Lorbeeren einzusammeln. Zu sagen: “Ja, das hat mein Team richtig toll gemacht, aber ich habe das Team geleitet!”.

Ich glaube, dass sich Frauen tendenziell eher unter den Scheffel stellen und den eigenen Erfolg eher klein halten. Und was machen Männer? Die sagen: “Ohne mich wäre hier gar nichts gelaufen, gebt mir mehr Geld!”. Die Wahrheit liegt sicher irgendwo dazwischen, aber generell sollten wir Frauen uns da viel öfter selbst schätzen, unsere eigenen Erfolge anerkennen und das auch kommunizieren!

Auf so etwas wie Entgelttransparenzgesetze würde ich mich hier nicht verlassen. Schön und gut und definitiv ein richtiger Ansatz, dass die Politik hier einen Schritt in Richtung Transparenz gehen möchte und Gehälter offenlegen möchte. Aber da gibt es viele Schleifen und Hintertürchen – am wichtigsten ist und bleibt, dass wir hier selbst für uns einstehen!

Mütter gehen oft auf Teilzeitbasis zurück in den Job

Julia: Du hast vorhin auch kurz das Thema Teilzeit angesprochen: Das ist besonders für Frauen, noch mehr für Mütter, ein wichtiger Punkt. Nach der Elternzeit, gehen viele Mütter in Teilzeit zurück in den Beruf, ich selbst plane das auch. Natürlich verdient man dann plötzlich nicht mehr 100% – worauf ist hier besonders zu achten?

Natascha: Es ist doch fast verrückt, dass das für uns so selbstverständlich ist – ich werde jetzt Mama, ich gehe in Teilzeit, ist ja klar! Da fände ich es wichtig, anzusetzen – warum ist das so klar? Oder ist das klar, weil alle das so machen? Ich glaube, dass viele Frauen in die Teilzeit rutschen, ohne sich aktiv dafür zu entscheiden.

Warum eigentlich ich? Warum kann der Papa nicht auch in Teilzeit gehen? Oder beide? Da gibt es doch einiges mehr an Spielraum. Es muss ganz klar einen Ausgleich für die Person geben, die sich ab jetzt um die Kindererziehung kümmert, nur noch Teilzeit arbeitet und eben nicht mehr in die Rentenkasse einzahlt, oder zumindest nicht mehr in dem Umfang.

Denn die Beschäftigung in Teilzeit geht mit enormen Karriereeinbußen einher: Sie verdient am Ende weniger und kann letztlich keinen Vermögensaufbau betreiben – hat aber trotzdem einen Vollzeitjob, denn schließlich kümmere sie sich um die gemeinsamen Kinder! Und weil sie das macht, kann er weiterhin Karriere machen!

Ohne das eine würde das andere nicht funktionieren. Das sind Gedanken, die man sich in einer Partnerschaft unbedingt machen sollte – wenn ich zuhause bleibe entgehen mir so und so viele finanzielle Mittel – wie wollen wir damit umgehen?

Gespräche über Finanzen mit dem Partner

Julia: Ganz offen darüber reden ist auch hier wieder der Schlüssel, oder?

Natascha: Ganz klar! Das ist meiner Meinung nach aber auch in der Verantwortung der Frau, denn viele Männer denken darüber gar nicht nach. Wenn ich teilweise mit Männern über das Thema spreche, kommt ein erstauntes “Ach – STIMMT! Da habe ich ja noch nie darüber nachgedacht!”, was man ihnen ja nicht mal vorwerfen kann. Wichtig ist also, da das Gespräch zu suchen und eine Lösung zu erarbeiten, mit der sich beide wohlfühlen.

Manche Frauen haben nicht mal ein eigenes Konto

Julia: Auf sich selbst achten, und auf die eigenen Finanzen: Klar, super wichtig. Wieso kommt es immer noch vor, dass Frauen das lieber dem Mann überlassen? Falls der irgendwann weg ist, könnte es dann ja ganz schön schwierig werden.

Natascha: Ja, manche Frauen haben nicht mal ein eigenes Konto! Auch hier ist es sicherlich wieder der Sozialisierungsaspekt, der eine wichtige Rolle spielt. Vorgelebt bekommen von Oma und Opa, von Mama und Papa – so ist das halt. Vielleicht gibt es zu wenig Impulse von außen, Menschen umgeben sich gerne auch mit Gleichgesinnten. Wenn alle meine Freundinnen auch in Teilzeit arbeiten und vielleicht auch kein eigenes Konto haben, dann denke ich mir natürlich nichts weiter dabei. Das kann aber ganz schnell wirklich gefährlich werden.

 

Man hat nichts in seinem eigenen Namen, was wenn man wirklich mal Geld braucht? Bekommt man dann ein Haushaltsgeld zugeteilt, muss man seinen Mann nach Geld fragen? Zudem gibt es auch Fälle, in denen Frauen davon ausgehen, dass sich der Mann schon um alles kümmert – und dann ist von Spielsucht über Aktien und anderen risikoreichen Geschichten, die mit dem gemeinsamen Geld gemacht werden, alles dabei!

Was mache ich denn, wenn ich als Frau die komplette finanzielle Verantwortung abgebe und nach fünf Jahren stellt sich heraus, dass wir pleite sind? Daher ist es so wichtig, selbst informiert zu sein, gemeinsam darüber zu reden und eine grobe Finanzplanung zu machen. Das spielt schließlich eine große Rolle, spätestens wenn Kinder im Spiel sind! Also: Augen auf bei der Partnerwahl, so doof das klingt – und immer kommunizieren!

Wieviel kann ein Kind kosten?

Julia: Aber auch in einer Bilderbuchbeziehung gibt es einige Dinge, die zu beachten sind. Von der richtigen Recherche zu Dingen wie Elterngeld, Kindergeld, Kinderfreibeträge bei der Steuer und so weiter. Worauf ist zu achten und wie können wir noch effizienter Möglichkeiten, die uns der Staat gibt, nutzen?

Natascha: Auch hier ist es wichtig, zu überlegen wie viel ein Kind einfach kostet – ich glaube ab ca. 250.000 €, bis es 18 ist! Da sollte man schon direkt eine Planung machen: Was heißt das für unseren Lebensstandard aktuell? Da kommen zusätzliche Kosten auf, die man vorher nicht hatte – und nicht beide verdienend ja automatisch mehr Geld, im Gegenteil!

Rational heranzugehen, eine grobe Planung – das müssen nicht die nächsten 20 Jahre sein, aber vielleicht unmittelbar die nächsten 12, 18 Monate. Und dann: Recherche, Recherche, Recherche! Wo gibt es Freibeträge, Riesterverträge, Kindergeldfreibeträge – alles mitnehmen, was geht! In unserer Madame Moneypenny Facebook-Gruppe gibt es da auch viele Mütter, die sich austauschen, und auch viele Mama Blogs setzen sich damit auseinander. Und auch hier wieder: Support untereinander! Man ist ja immer nicht die erste, die so etwas macht, einfach mal in den sauren Apfel beißen, ein paar Artikel dazu durchlesen und ruhig auch einfach andere Mamas fragen!

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3 Finanztipps für Frauen und Mütter

Julia: Abschließend: Welche 3 Finanztipps für Frauen würdest du jungen Müttern unbedingt mitgeben wollen? Kann man das überhaupt so einfach auf 3 begrenzen?

Natascha:

Ich bin ein großer Fan vom guten alten, superlangweiligen Haushaltsbuch. Macht gar keinen Spaß, aber es ist wahnsinnig wirkungsvoll. Einfach mal einzutragen: Was verdiene ich überhaupt, wofür geht die Kohle raus? Wenn ich eh schon am Limit lebe und das, was reinkommt auch direkt so wieder rausgeht, woher soll dann die Differenz kommen, die dieser kleiner Mensch jetzt kosten soll? Man muss das Haushaltsbuch nicht ein Leben lang führen, aber vielleicht mal einige Monate am Stück. Da merkt man schnell, wo man vielleicht wirklich Geld rausschmeißt und wo es notwendig ist. Auto, Transport, Lebensmittel, Kino, Zeitschriftenabos die ich gar nicht lese – und warum bin ich eigentlich in zwei Fitnessstudios angemeldet?

Mein zweiter Finanztipp: Tatsächlich mit dem Partner darüber zu sprechen und eine Finanzplanung zu machen – vielleicht auf Basis dieses Haushaltsbuches. Die Kommunikation ist da einfach super, super wichtig.

Schritt Drei ist für Mamas wie für alle anderen Frauen auf jeden Fall, sich mit Vermögensaufbau zu beschäftigen. Wir werden alle keine ausreichende Rente bekommen, nach aktuellen Hochrechnungen können wir uns im Schnitt mit 400 € glücklich schätzen. Da muss irgendwas passieren, und da sind wir früher oder später einfach beim eigenen Vermögensaufbau. Immobilien oder ein Eigenheim können bzw kann eine Möglichkeit sein. Wobei Kredite auch ihre Vor- und Nachteile haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mal mit Aktien und ETFs zu beschäftigen, was aktuell an der Börse passiert. Das ist alles gar nicht so schlimm, wie es sich zuerst einmal anhört.

Sparen ist ein großes Thema, aber auch Investieren! Wie kann ich aus dem Geld, was ich schon verdiene, das meiste herausholen?

Julia: Vielen lieben Dank für deine Zeit, Natascha!

 

Madame Moneypenny:

Finanztipps für Frauen
https://madamemoneypenny.de/
https://madamemoneypenny.de/tag/podcast/
https://www.facebook.com/groups/madamemoneypenny/

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/gender-pay-gap.html

 

 

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