Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

Nach zwischenzeitlich zwei tollen Panel-Diskussionen zu unserem Herzthema #coolmomsdontjudge haben wir jetzt, da der Herbst sich schon langsam dem Ende neigt, das Thema in die Welt hinausgetragen… naja, erst einmal nach München, aber die Welt kommt als nächstes! Unser Ziel: Den Austausch miteinander suchen und endlich die Themen ansprechen, die uns wichtig sind – und die bisher doch viel zu oft zu kurz gekommen sind. Im wunderschönen FAMILYROOM in München Haidhausen haben wir uns deshalb vor zwei Wochen mit sechs sensationellen Frauen über Mom-Shaming, Selbstzweifel, Vereinbarkeit und Ideen für eine positivere Zukunft gesprochen. 

 

Mit dabei: Natascha Hoffner, Gründerin von herCAREER, die Autorin, Redakteurin und Bloggerin von muttisoyeah Mareike OpitzRebecca van de Sand, Spezialistin im Rechnungswesen bei BMW, die erfahrene Hebamme Maria EhrenstraßerBUNTE.de family Redakteurin Sara-Lena Niebaum sowie Löwenzahn Organics Mit-Gründerin Carmen Lazos-Wilmking. Moderiert wurde das Panel von Powerfrau Camilla Rando, Gründerin von Mummy Mag.

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

Von links nach rechts: Mareike, Natascha, Carmen, Rebecca, Camilly, Lena, Maria

Der Status Quo: „Es weht ein harter Gegenwind unter Müttern!“

Die Gesprächsrunde wird mit der wichtigen Frage eröffnet, woher der Druck eigentlich kommt, den sich vor allem Mütter täglich machen. Rebecca erwidert: „Unsere Generation sind sogenannte ‘High Performer’. Wir setzen uns hohe Ziele. Zu hohe Ziele, meiner Meinung nach. Uns wurde gesagt, wenn man nur genug Biss hat, kann man alles schaffen. Das ist aber schlichtweg nicht die Realität. Vor allem dann nicht, wenn in der Mutterrolle noch gefühlt unendlich mehr Ansprüche dazu kommen. Wir wollen perfekte Mütter sein und die perfekte Kindheit für unsere Kinder kreieren. Durch zu hohe Ziele setzen wir uns selber immens unter Druck.“ Natascha ergänzt aus eigener Erfahrung: „Das ging mir zum Beispiel beim Stillen so. Es wird einem eingeredet, es muss funktionieren – ohne Alternative. Wenn es nicht klappt, fühlt man sich als Versager. Dabei gibt es Alternativen und das was am Ende zählt, ist doch nur, dass sich Mutter und Kind mit ihrer ganz individuellen Lösung wohl fühlen.“

Wo liegt der schmale Grad zwischen gut gemeintem Ratschlag und gemeiner Kritik? Und was macht besonders Mütter so angreifbar?

Maria berichtet aus ihrer langjährigen Erfahrung als Hebamme: „Ich erlebe es immer wieder, dass die meisten jungen Mütter in ihrer neuen Rolle stark verunsichert sind. Sie vergleichen sich ganz automatisch mit anderen Eltern. Oft folgt Lästerei als Form von Abgrenzung als ganz automatische Entwicklung, in die man schnell reinrutschen kann. Das gemeinsame ‘Bashing’ verbindet und man findet aus der eigenen Unsicherheit leichter wieder heraus.“ Mareike bringt es auf den Punkt: „Ich glaube auch, dass der Hauptgrund für ‘Mom Shaming’ Unsicherheit ist. Als Mutter weiß man doch selbst oft nicht, wie das ‘Mama-Sein’ eigentlich geht und probiert viel aus. Im Zweifel weiß man zwar nicht was man will, aber sehr genau, was man nicht will! Dabei grenzt man Andere automatisch aus.“

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Wünsche für die Zukunft: „Sucht euch bewusst Freundschaften, die euch stärken!“

Sie hat aber auch direkt einen Tipp, wie Mütter sich untereinander mehr Mut machen könnten: „Es wäre ein Anfang, auch mal zuzugeben, dass etwas nicht gut läuft. Wir sind doch alle nicht perfekt!“ Carmen stimmt ihr zu: „Ich denke auch, dass wir uns als Mütter auch mal verletzlich zeigen dürfen, vielleicht sogar sollten. Wir dürfen Fehler machen, auch mal unsere Meinung ändern und vor allem ist es ok, unsicher zu sein. Was wir dann brauchen, ist hilfreicher Rat und liebevoller Zuspruch. Keine schiefen Blicke oder verletzenden Kommentare!“ Auch Natascha fragt sich: „Woher kommt eigentlich dieser absurde Drang, sich immer rechtfertigen zu müssen oder zu wollen? Stehen wir uns damit nicht nur selber im Weg? Ich glaube es ist ganz wichtig, sich von vornherein ein positives Umfeld zu suchen und Freundschaften zu pflegen, in denen man sich gegenseitig den Rücken stärkt. Wenn es dann doch mal blöde Sprüche gibt, hilft oft nur ein dickes Fell!“

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

… und für die Zukunft?

Lasst uns weiter über Mom-Shaming reden! Nur so können wir, wie Camilla so richtig gesagt hat: “eine langfristige und nachhaltige Verhaltensänderung zu erzielen. Diese Kampagne ist ein Marathon und kein Sprint… Aber zusammen können wir etwas bewegen!”. Maria schlägt sogar vor, dass das Thema sogar schon in Geburtsvorbereitungskursen thematisiert werden sollte. So könnten auch Hebammen werdenden Müttern eine klare Botschaft mit auf den Weg geben: “Leute, verurteilt andere nicht so schnell und bleibt bei euch. Verteilt Komplimente statt Kritik! Jede Mutter gibt immer ihr Bestes für ihr Kind.“

Die Diskussion in voller Länge kannst du dir auch hier noch einmal anschauen:

Unterstützt wurden wir durch ganz wundervolle Partner: Die schönste Naturkosmetik für die Kleinsten von das boep, Stilberatung der ZALON by Zalando Stylistin Nadja und Lesematerial von Mummy Mag.

Und jetzt wollen wir von dir hören: Hast du schon einmal Erfahrungen mit Mom-Shaming gemacht? Von genervten Blicken im Supermarkt bis hin zu offener Kritik auf der Straße oder in der Kita: Teile deine Erfahrungen mit uns – und der Welt! Nutze den Hashtag #coolmomsdontjudge auf Instagram und erzähle davon! Du kannst uns glauben, die Unterstützung untereinander macht (fast) jeden gemeinen Kommentar wieder wett!  Schließlich gibt es nicht nur den einen richtigen Weg, sein Kind großzuziehen – es gibt nur den einen perfekten für jede Familie und der ist ganz individuell. Wir freuen uns auf deine Geschichte!

 


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