Da stehen wir nun, mitten am Spielplatz und die Mini liegt brüllend am Boden, weil sie noch nicht heim will. Ich hingegen will heim. Dringend sogar, denn ich bin hochschwanger und muss pieseln.

Das Verflixte an der ganzen Sache: Ich darf sie auch nicht hochhalten und davoneilen, da ich absolutes Trageverbot habe. Gut, wie macht man das jetzt also?

Soll ich ihr gut zureden, soll ich einfach so tun, als würde ich sie da lassen? Soll ich mitbrüllen?

Lustig sieht sie aus, die kleine Madame, wie sie da rumgurkt und schreit, als wäre das Beste auf der Welt dieser alte, gammlige Spielplatz. Tja, Kinder sehen eben hinter die Fassade, sie erkennen das Wesentliche, nicht wahr? Und da wären wir auch bei den Gründen, wieso es sich lohnt Kinder zu bekommen.

1. Es sind die simplen Dinge

Ja, ist so. Von wegen Spa-Aufenthalte, 4D-Kino oder Kaviar! Ein Zahnarzt-Besuch alleine definiere ich jetzt zum Beispiel locker „Quality-Time“, ein Verpackungskarton kann stundenlang als Babysitter herhalten und Nudel mit Tomatensauce sind nur was für wahre Mini-Gourmets.

2. Entschleunigung

Und zwar unfreiwillige. Denn wenn man was um 10 Uhr ausgemacht hat, dann kann man sich sicher sein, dass eine Windel voll ist, sobald man das Haus verlassen will. Oder das der Schuh verschollen ist. Oder, dass ganz plötzlich jemand krank wird.

3. Man findet sich selbst plötzlich viel cooler

Klingt komisch? Ähm, ja, ist es auch. Aber es ist kein Geheimnis, dass man anfängt sich im kleinen Mini-Me zu erkennen und zu lieben und plötzlich denkt man: Wenn der Nachwuchs so cool ist und er es teilweise von mir hat, dann kann das nur bedeuten, dass ich auch verdammt cool bin.

4. Man hat eine viel höhere Toleranzgrenze

Vor allem was eklige Dinge angeht. Also richtig eklige Dinge. Vorgekautes Essen wird ohne mit der Wimper zu zucken verzehrt, Kacki am Shirt gehört zum Alltag und Flecken werden beschnuppert und inspiziert, bevor sie gewaschen werden.

5. Prioritäten verschieben sich als Eltern

Das ist nicht zwingend besser, als das L.V.K. (Leben vor den Kindern) aber definitiv anders und manchmal tut anders gut. Die fancy Party kann da mal schnell als anstrengend und erzwungen angesehen werden und die Zeit mit der Mini in der Badewanne hingegen als absolutes Highlight. Irgendwie verändert man sich als Eltern und dann wieder doch nicht. Man entwickelt sich eben und das ist ja nicht zwingend etwas Schlechtes. 😉

Tja, da sitze ich also neben der brüllenden Mini (ja, sie kreischt immer noch) und erzähle euch, wieso es sich lohnt Eltern zu werden. Verrückt eigentlich, nicht wahr? Ja, ist es. Denn wenn man Kinder hat, dann gehört Verrücktheit zum Alltag dazu. Aber eben auch viel Liebe und Spaß und Gelassenheit. Und das macht das Leben mit Kindern wirklich spannend und wunderschön.

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Über Evelyn: Nach elf Jahren im schönen Wien, lebt Evelyn – Redakteurin und zwischenzeitlich Zweifach-Mama – seit über einem Jahr in München. Sie ist 30 und bloggt bereits seit zehn Jahren, zunächst auf The ME Fashion und seit 2016 auf Little Paper Planekein „typischer Mamablog“, dafür  kontrovers und manchmal aneckend aber immer ehrlich.

Sie glaubt an eine Welt, in der Kinder als Individuen großgezogen und dabei in keine Geschlechterrollen gezwungen werden, in der wir auch als Mütter sagen können, dass nicht immer alles nur gut ist und in der Muttersein das Frausein nicht ausschließt.
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Und wie sieht es bei dir aus? Welche Gründe sind für dich Tag für Tag aufs Neue der Grund, dass sich das Elternsein (mit all seinen wilden, verrückten und chaotischen Seiten) voll und ganz lohnt? Verrate es uns in den Kommentaren! 


Nach zwischenzeitlich zwei tollen Panel-Diskussionen zu unserem Herzthema #coolmomsdontjudge haben wir jetzt, da der Herbst sich schon langsam dem Ende neigt, das Thema in die Welt hinausgetragen… naja, erst einmal nach München, aber die Welt kommt als nächstes! Unser Ziel: Den Austausch miteinander suchen und endlich die Themen ansprechen, die uns wichtig sind – und die bisher doch viel zu oft zu kurz gekommen sind. Im wunderschönen FAMILYROOM in München Haidhausen haben wir uns deshalb vor zwei Wochen mit sechs sensationellen Frauen über Mom-Shaming, Selbstzweifel, Vereinbarkeit und Ideen für eine positivere Zukunft gesprochen. 

 

Mit dabei: Natascha Hoffner, Gründerin von herCAREER, die Autorin, Redakteurin und Bloggerin von muttisoyeah Mareike OpitzRebecca van de Sand, Spezialistin im Rechnungswesen bei BMW, die erfahrene Hebamme Maria EhrenstraßerBUNTE.de family Redakteurin Sara-Lena Niebaum sowie Löwenzahn Organics Mit-Gründerin Carmen Lazos-Wilmking. Moderiert wurde das Panel von Powerfrau Camilla Rando, Gründerin von Mummy Mag.

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

Von links nach rechts: Mareike, Natascha, Carmen, Rebecca, Camilly, Lena, Maria

Der Status Quo: „Es weht ein harter Gegenwind unter Müttern!“

Die Gesprächsrunde wird mit der wichtigen Frage eröffnet, woher der Druck eigentlich kommt, den sich vor allem Mütter täglich machen. Rebecca erwidert: „Unsere Generation sind sogenannte ‘High Performer’. Wir setzen uns hohe Ziele. Zu hohe Ziele, meiner Meinung nach. Uns wurde gesagt, wenn man nur genug Biss hat, kann man alles schaffen. Das ist aber schlichtweg nicht die Realität. Vor allem dann nicht, wenn in der Mutterrolle noch gefühlt unendlich mehr Ansprüche dazu kommen. Wir wollen perfekte Mütter sein und die perfekte Kindheit für unsere Kinder kreieren. Durch zu hohe Ziele setzen wir uns selber immens unter Druck.“ Natascha ergänzt aus eigener Erfahrung: „Das ging mir zum Beispiel beim Stillen so. Es wird einem eingeredet, es muss funktionieren – ohne Alternative. Wenn es nicht klappt, fühlt man sich als Versager. Dabei gibt es Alternativen und das was am Ende zählt, ist doch nur, dass sich Mutter und Kind mit ihrer ganz individuellen Lösung wohl fühlen.“

Wo liegt der schmale Grad zwischen gut gemeintem Ratschlag und gemeiner Kritik? Und was macht besonders Mütter so angreifbar?

Maria berichtet aus ihrer langjährigen Erfahrung als Hebamme: „Ich erlebe es immer wieder, dass die meisten jungen Mütter in ihrer neuen Rolle stark verunsichert sind. Sie vergleichen sich ganz automatisch mit anderen Eltern. Oft folgt Lästerei als Form von Abgrenzung als ganz automatische Entwicklung, in die man schnell reinrutschen kann. Das gemeinsame ‘Bashing’ verbindet und man findet aus der eigenen Unsicherheit leichter wieder heraus.“ Mareike bringt es auf den Punkt: „Ich glaube auch, dass der Hauptgrund für ‘Mom Shaming’ Unsicherheit ist. Als Mutter weiß man doch selbst oft nicht, wie das ‘Mama-Sein’ eigentlich geht und probiert viel aus. Im Zweifel weiß man zwar nicht was man will, aber sehr genau, was man nicht will! Dabei grenzt man Andere automatisch aus.“

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

Wünsche für die Zukunft: „Sucht euch bewusst Freundschaften, die euch stärken!“

Sie hat aber auch direkt einen Tipp, wie Mütter sich untereinander mehr Mut machen könnten: „Es wäre ein Anfang, auch mal zuzugeben, dass etwas nicht gut läuft. Wir sind doch alle nicht perfekt!“ Carmen stimmt ihr zu: „Ich denke auch, dass wir uns als Mütter auch mal verletzlich zeigen dürfen, vielleicht sogar sollten. Wir dürfen Fehler machen, auch mal unsere Meinung ändern und vor allem ist es ok, unsicher zu sein. Was wir dann brauchen, ist hilfreicher Rat und liebevoller Zuspruch. Keine schiefen Blicke oder verletzenden Kommentare!“ Auch Natascha fragt sich: „Woher kommt eigentlich dieser absurde Drang, sich immer rechtfertigen zu müssen oder zu wollen? Stehen wir uns damit nicht nur selber im Weg? Ich glaube es ist ganz wichtig, sich von vornherein ein positives Umfeld zu suchen und Freundschaften zu pflegen, in denen man sich gegenseitig den Rücken stärkt. Wenn es dann doch mal blöde Sprüche gibt, hilft oft nur ein dickes Fell!“

Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming! Das war unsere Panel-Diskussion in München

… und für die Zukunft?

Lasst uns weiter über Mom-Shaming reden! Nur so können wir, wie Camilla so richtig gesagt hat: “eine langfristige und nachhaltige Verhaltensänderung zu erzielen. Diese Kampagne ist ein Marathon und kein Sprint… Aber zusammen können wir etwas bewegen!”. Maria schlägt sogar vor, dass das Thema sogar schon in Geburtsvorbereitungskursen thematisiert werden sollte. So könnten auch Hebammen werdenden Müttern eine klare Botschaft mit auf den Weg geben: “Leute, verurteilt andere nicht so schnell und bleibt bei euch. Verteilt Komplimente statt Kritik! Jede Mutter gibt immer ihr Bestes für ihr Kind.“

Die Diskussion in voller Länge kannst du dir auch hier noch einmal anschauen:

Unterstützt wurden wir durch ganz wundervolle Partner: Die schönste Naturkosmetik für die Kleinsten von das boep, Stilberatung der ZALON by Zalando Stylistin Nadja und Lesematerial von Mummy Mag.

Und jetzt wollen wir von dir hören: Hast du schon einmal Erfahrungen mit Mom-Shaming gemacht? Von genervten Blicken im Supermarkt bis hin zu offener Kritik auf der Straße oder in der Kita: Teile deine Erfahrungen mit uns – und der Welt! Nutze den Hashtag #coolmomsdontjudge auf Instagram und erzähle davon! Du kannst uns glauben, die Unterstützung untereinander macht (fast) jeden gemeinen Kommentar wieder wett!  Schließlich gibt es nicht nur den einen richtigen Weg, sein Kind großzuziehen – es gibt nur den einen perfekten für jede Familie und der ist ganz individuell. Wir freuen uns auf deine Geschichte!

 


Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen – und das ist auch vollkommen okay, denn wir müssen doch gar nicht immer alles alleine schaffen! Nachdem wir diesen Sommer unsere #coolmomsdontjudge Initiative mit einer inspirierenden Panel-Diskussion in Berlin ins Leben gerufen haben und mit sechs wundervollen Frauen über ihre eigenen Erfahrungen zum Thema Mom Shaming gesprochen haben, war für uns klar: Das reicht noch lange nicht! Deshalb wollen wir in Zukunft noch viel öfter den Austausch miteinander suchen und die Themen ansprechen, die uns als Frauen (und als Mütter!) wichtig sind. Eins davon? Die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf – oft diskutiert, aber nach wie vor ein schwieriges Thema, das regelmäßig für schlechtes Gewissen, Diskussionen und eben auch: Mom Shaming sorgt.

Mit sechs inspirierenden Speakern haben wir deshalb letzte Woche in unserem Pop-Up Store in den Galeries Lafayette wichtige Fragen diskutiert, wie zum Beispiel: Welche Best Practice Beispiele für familienfreundliche Unternehmen gibt es? Was muss sich in Wirtschaft und Politik ändern? Welchen Rat haben berufstätige Mütter für Eltern, die wieder einsteigen wollen? Welche Tipps können Personaler geben, die „beide Seiten der Medaille“ kennen? Mit dabei: Louisa Baron, Head of Marketing bei Galeries Lafayette und Mutter eines kleinen Sohnes, Cornelia Spachtholz, Vorstandsvorsitzende beim Verband berufstätiger Mütter e.V., Initiatorin des Equal Pension Day und Mutter eines erwachsenen Sohnes, Moe Dorfner, zweifacher Vater und Gründer der eifas GmbH, einer Steuerberatungsfirma, die ihren Mitarbeitern volle Flexibilität bietet, Kerstin Schumacher, PR & Offline Direction bei Zalon by Zalando und Mutter einer dreiköpfigen „Boyband“, Jens Munsel-Gerber, Vater eines kleinen Sohnes verantwortlich für Kundenmanagement und Kooperation bei berufundfamilie sowie Madeleine Samios, zweifach-Mutter und Unit Director bei einer großen Berliner Digitalagentur sowie Bloggerin im Team von unserem liebsten Mummy Mag. Moderiert hat unsere eigene Carmen Lazos Wilmking, Mit-Gründerin von Löwenzahn Organics und Dreifach-Mama. Unter den Gästen waren Blogger, Gründer, Medienvertreter und interessierte Besucher der Galeries Lafayette. Nach der etwa einstündigen Panel-Diskussion gab es im Anschluss noch einen angeregten Austausch zum Thema – und viele gute Ideen für die Zukunft!

Das war unsere Panel-Diskussion zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Probleme für die Vereinbarkeit: Kinderlose Kollegen und Chefs mit Vorurteilen

Die Rückkehr aus der Elternzeit ist oft eine schwierige Zeit, egal zu welchem Zeitpunkt Eltern sich dazu entscheiden, wieder in den Job einzusteigen. Eingewöhnung des Kindes in der Betreuung, sich selber wieder in die Arbeitswelt einfinden, den neuen Familienalltag organisieren und plötzlich deutlich mehr Aufgaben gleichzeitig jonglieren – dabei braucht man eigentlich Unterstützung. In vielen Fällen sieht die Realität aber ganz anders aus: Eltern werden zusätzlich Steine in den eh oft schon holprigen Weg gelegt. Cornelia weiß aus ihrer langjährigen Erfahrung als Vorsitzende des Verbands berufstätiger Mütter e.V.: „Deutschland tut schon viel, aber noch lange nicht genug. Was uns fehlt, ist eine ‘Kinder- und Familien-Willkommenskultur’, in all den bunten Facetten, in denen Familie heute gelebt wird.“ Ein ganz wichtiger Rat an Mütter daher kommt von Madeleine: „Überlegt euch am besten schon bevor ihr in Mutterschutz geht, wie ihr euch gut auf den Wiedereinstieg vorbereitet. Wenn es dann soweit ist, bringt eine große Portion Selbstbewusstsein in die Gespräche mit dem Arbeitgeber und präsentiert eure Stärken. Eltern sein ist ein Bonus und kein Manko!“. Aber nicht nur Arbeitgeber, auch Eltern in (gefühlter) Konkurrenz zu kinderlosen Kollegen, ist ein Thema, was Mütter und Väter gleichermaßen beschäftigt. Es muss noch nicht einmal ein fieser Kommentar sein, oft reicht schon ein genervter Blick, wenn man ein Meeting abbrechen oder Aufgaben delegieren muss, wenn die KiTa anruft, weil das Kind krank ist. Das Gefühl, was bleibt: man fällt zur Last, wird nicht Ernst genommen – von weniger verantwortungsvollen Aufgaben und schlechteren Aufstiegschancen ganz zu schweigen.  Aber auch hier gilt, wie Jens auf den Punkt bringt: „Offen mit Kollegen sprechen und die eigene Lage erklären, entschärft die Situation oft schon sehr. Jeder hat doch private Verpflichtungen, seien es Kinder oder Eltern, um die sich gekümmert werden will oder auch ausgefallene Hobbys. Außerdem ändern sich Lebensumstände, auch im beruflichen Umfeld gilt daher oft das alte Spiel von Geben und Nehmen!“

#coolmomsdontjudge: Das war unsere Panel-Diskussion zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wir Mütter können so viel erreichen, wenn wir zusammenhalten!

Wer drei Jahre oder länger Zuhause bleibt, gilt als Glucke, wer nach einem Jahr oder früher zurück in den Job geht, als Rabenmutter. Cornelia bringt es auf den Punkt: „Alleine durch Sprache werden Mütter in Schubladen gesteckt und indirekt oder auch direkt verurteilt.“ Wie man es macht, macht man es falsch. Ein Gefühl, dass die forsa Studie bestätigt, die wir diesen Sommer in Auftrag gegeben haben: Der Ton unter und gegenüber Müttern ist sehr rau geworden und gerade Jungmütter fühlen sich dadurch stark verunsichert – oder noch schlimmer, als schlechte Mutter. Außerdem unterstreicht sie: „Wir sind noch weit weg von echter Gleichberechtigung. Männer müssen im Familienalltag stärker integriert, gefordert und geschützt werden, zum Beispiel mit einem Kündigungsschutz auch für werdende Väter!“. Madeleine ergänzt: „Wir Mütter können so viel erreichen, wenn wir zusammenhalten und uns nicht mit blöden Kommentaren das Leben schwer machen!“ Louisa bringt einen weiteren Aspekt ein: „Ich glaube, wir müssen zu einem Mehrgenerationsdenken zurückkehren. An dem alten Spruch ‘Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen’ ist auch in der heutigen Zeit viel dran. Das kann, aber muss nicht, die eigene Familie sein – auch Freunde, Kollegen und Leih-Großeltern Angebote können einbezogen werden.“ Denn schließlich können und„müssen wir als Eltern nicht alles alleine können!” – und zu wissen, wo und wie wir uns Hilfe holen können, ist sehr viel wert.

#coolmomsdontjudge: Das war unsere Panel-Diskussion zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Das A und O sind familienfreundliche Arbeitsbedingungen – aber auch wir selbst können etwas verändern

Auf die Frage, wie Vereinbarkeit für sie ganz persönlich mit gleich drei Kindern und keinen Eltern in der näheren Umgebung funktioniert, gesteht Kerstin: „Vereinbarkeit ist eine Frage, die mein Mann und ich uns fast täglich stellen – mit einer Antwort, die wir immer wieder neu justieren müssen. Zum Glück klappt es in der Regel sehr gut für uns, was einerseits viel mit der eigenen Einstellung und Selbstdisziplin, aber auch viel mit den äußeren Faktoren zu tun hat. Dazu gehört eine gute Betreuungssituation genauso wie ein familienfreundliches Mindset des Arbeitgebers.“ Beispiele hierfür sind zum Beispiel die interne KiTa von Zalando, Eltern-Kind-Arbeitsplätze, flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, Home Office zu machen. Aber für sie fast am wichtigsten: „Ich habe mich bereits als Mutter auf die Stelle beworben und bereits nach kurzer Zeit einen Karriereschritt gehen können, der auf Agenturseite undenkbar gewesen wäre. Ich habe trotz Teilzeit die gleichen Chancen und die gleiche Verantwortung wie Kollegen in Vollzeit.“ Moe, dessen Firma erst dieses Jahr den Landeswettbewerb Beruf für Familie gewonnen hat, fügt hinzu:„Es ist das A und O, dass man als Arbeitgeber familienfreundliche Arbeitsbedingungen schafft. Eltern wollen etwas schaffen – und sind in der Regel hochmotivierte, effiziente Kollegen. Um einen positiven Wandel in Deutschland zu schaffen, müssen alle mit ran, ja, vor allem die Arbeitgeber – und natürlich auch die Politik – aber auch als Arbeitnehmer sollte man sich im Rahmen seiner Möglichkeiten engagieren. Viele kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen. Ich möchte mit meiner Firma einen Beitrag dazu leisten. Bei uns ist der Großteil Eltern, flexible Arbeitszeiten und viel Home Office sind eine Selbstverständlichkeit – und es funktioniert ohne Probleme.“

Das war unsere Panel Diskussion zum Thema Vereinbarkeit

Und jetzt?

Zum Glück gibt es immer mehr Anlaufstellen, an denen Eltern sich nicht nur mit Informationen und Inspiration versorgen und sich mit Gleichgesinnten austauschen können, sondern auch konkrete Hilfestellungen finden, wenn es um ihre Rechte geht. So können wir uns alle selber für eine noch bessere Situation in Deutschland engagieren – denn im Vergleich zu anderen Ländern haben wir mit Elternzeit und Co schon ganz schön viel im Bezug auf Vereinbarkeit erreicht.  Der Verband berufstätiger Mütter e.V., Organisationen wie berufundfamilie, Mut machende Blogs wie Mummy Mag und Unternehmen wie eifas, die mit gutem Beispiel vorangehen sind nur einige davon. Für uns gilt außerdem: Lasst uns alle mehr miteinander reden! Wir freuen uns über den Austausch auch außerhalb solcher Events – vielleicht verrätst du uns in den Kommentaren deine eigenen Erfahrungen zum Thema Vereinbarkeit?

Die Diskussion in voller Länge kannst du dir auch hier noch einmal anschauen: