Kennt ihr das, wenn ihr zuhause seid, weil in Babypause, als Hausfrau oder Stay at home Mom und ihr ständig den Drang verspürt die Wohnung aufzuräumen?

Nein? Ich auch nicht.

Hausfrau oder Working Mom – oder Work from Home Mom?

Seit mein kleiner Wirbelwind da ist, arbeite ich von zuhause aus. Das bedeutet, ich verbringe den Großteil meiner Zeit in den eigenen vier Wänden und das sehr oft zusammen mit dem besagten Wirbelwind.

Ich gebe zu, wenn die Küche aussieht, als hätte ein Tornado darin gewütet, juckt es mich manchmal in den Fingern, aber ich bin in Geduld geübt und warte dann meist, bis wir als Familie das zusammen machen können.

Ja, zusammen.

Denn auch wenn ich diejenige bin, die vom Homeoffice aus arbeitet, bedeutet es nicht automatisch, dass es meine Aufgabe ist, die Wohnung sauber zu halten. Schließlich wohnen wir hier zu dritt.

Ich werde nicht jene Art von Mama sein, die den eigenen Kindern hinterher wischt, still und leise Wäsche einsammelt und sie in die Waschmaschine steckt, die ihnen schöne, Pinterest-würdige Snacks in die Lunchbox packt oder mit anderen Frauen Tipps über den perfekten Glasreiniger austauscht.

Ein perfekter Haushalt sagt nichts darüber aus, wie man nämlich als Mutter ist

Doch oft, viel zu oft, wird das so verstanden. Meist von den älteren Generationen, von Müttern oder Schwiegermüttern, die sich ein: Na, hier sieht’s ja aber aus! nicht verkneifen können. Aussagen, die meist an uns Frauen und Mütter gerichtet sind und uns das Gefühl geben, dass wir versagen. Denn es ist nach wie vor Gang und Gäbe, dass die häuslichen Dinge von Frauen erledigt werden. Wenn Männer im Haushalt mit anpacken, dann sind sie “hilfsbereit“, sie werden dafür gelobt, als sei es nicht auch ihre Verantwortung das Bad sauber zu halten, in denen sie sich täglich die Zähne putzen.

Hausarbeit muss erledigt werden, das ist klar. Aber was spricht dagegen, dass man sie miteinander bewältigt? Gemeinsam eine Spülmaschine auszuräumen kann ganz schön lustig werden, wenn man es nur zulässt.

Ein Plädoyer, Dinge einfach mal liegen zu lassen

Ja, es gibt Hausfrauen, die absolut im Reinen mit sich selbst sind. Die gerne daheim bleiben und das ist auch gut so. Aber ich bin keine davon. Ich bin eher die “Anti-Hausfrau” und vielleicht sollten wir das alle ein bisschen mehr sein. Weil wir viel zu oft dem Ideal der “perfekten” Familie hinterher jagen und oft nur deshalb aufräumen, weil Besuch kommt und wir zeigen wollen, dass wir alles im Griff haben.

Aber keine Mama, keine Familie, hat “alles im Griff” und das ist vollkommen okay. Also: weg mit dem Wischmopp und ab auf die Couch.

Kuscheln ist eh viel wichtiger als ein sauberer Boden.

Sei doch mal Anti-Hausfrau!

Evelyn und der kleine Wirbelwind

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Über Evelyn: Nach elf Jahren im schönen Wien, lebt Evelyn – Redakteurin und zwischenzeitlich Zweifach-Mama – seit über einem Jahr in München. Sie ist 30 und bloggt bereits seit zehn Jahren, zunächst auf The ME Fashion und seit 2016 auf Little Paper Planekein „typischer Mamablog“, dafür  kontrovers und manchmal aneckend aber immer ehrlich.

Sie glaubt an eine Welt, in der Kinder als Individuen großgezogen und dabei in keine Geschlechterrollen gezwungen werden, in der wir auch als Mütter sagen können, dass nicht immer alles nur gut ist und in der Muttersein das Frausein nicht ausschließt.
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Und bei euch? Ist eure Wohnung immer tip-top in shape oder seid ihr auch mal gerne Anti-Hausfrau? 

 

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Fotos: Kelly Sikkema on Unsplash/ Evelyn