Juni 2018 // Erstes Panel zu #coolmomsdontjudge in Berlin

Ab jetzt sind drei Komplimente pro Tag Pflicht!

Donnerstag, 14.06.2018 – Berlin // „Wir müssen reden – und zwar über Mom-Shaming!“ Unter diesem Motto haben sich auf Einladung von Löwenzahn Organics am Dienstag, 12. Juni, im Wunderhaus in Berlin gut 50 Gäste zu einer Panel-Diskussion rund um die Kampagne #coolmomsdontjudge getroffen.

Grundidee ist, dass Mütter sich gegenseitig stärker unterstützen und tolerieren sollen, anstatt sich gegenseitig mit schiefen Blicken, unangemessenen Kommentaren oder Lästereien runterzuziehen.

Als Speaker waren Camilla Rando von Mummy Mag, EDITION-F-Gründerin Susann Hoffmann, Buchautorin Malin Elmlid („Mein persönlicher Mutterpass“, „The Bread Exchange“), Hebamme Maria Ehrenstraßer, Miriam Wiederer von Echte Mamas, Milchwiese-Gründerin Anja Estrada Pox sowie Löwenzahn Organics-Gründerin Carmen Lazos Wilmking dabei. Moderiert wurde das Event von Autorin Tanya Neufeldt. Unter den handverlesenen Gästen waren Hebammen (z.B. Anja Constance Gaca von „Von guten Eltern“), Gründer (z.B. Luisa Hoffmann von Le Box Berlin) sowie zahlreiche einflussreiche Blogger wie „Oh Wunderbar“, „Pinspiration“ und „Lebe Berlin“. Entsprechend gab es auch nach der etwa einstündigen Diskussion noch einen langen Austausch zum Thema – und einen Vorsatz für die Zukunft: „Drei Komplimente am Tag sind Pflicht.“

Jede zweite Mutter fühlt sich wegen der Kritik anderer als schlechte Mutter

Initiiert wurde #coolmomsdontjudge von den beiden Mamas und Löwenzahn Organics-Gründerinnen Liz Sauer Williamson und Carmen Lazos Wilmking. Sie hatten sowohl aus eigenen Erfahrungen, aber auch durch Beobachtungen und Erzählungen den Eindruck, dass der Ton unter und gegenüber Müttern sehr rau geworden ist und gerade Jungmütter dadurch stark verunsichert werden. Eine von ihnen in Auftrag gegebene repräsentative forsa-Studie bestätigte dies. Also riefen Liz und Carmen die Kampagne #coolmomsdontjudge ins Leben, um dem von vielen Eltern auf Spielplätzen und in Krabbelgruppen diskutierten Thema auch in der breiten Öffentlichkeit eine Plattform zu geben. Das Ziel: Mehr Toleranz und Unterstützung unter Müttern, Komplimente anstatt Kritik!

Laut der genannten Studie wurden 77 Prozent der befragten Mütter mindestens einmal für den Umgang mit ihrem Kind kritisiert. Wiederum 72 Prozent davon fühlten sich deshalb schon mal als schlechte Mutter. In Kombination bedeutet das: 55 Prozent der Befragten fühlten sich wegen der Kritik durch andere schon mal als schlechte Mutter. Gleichzeitig wünschen sich 86 Prozent mehr Toleranz und Unterstützung von Müttern untereinander.

Mütter brauchen andere Mütter!

Während der Diskussion wurde schnell klar, dass jede Mutter ganz persönliche Erfahrungen mit dem Thema Mom-Shaming gemacht hat. Carmen Laos Wilmking etwa berichtete, wie sie im Museum aufgefordert wurde, das Stillen zu unterlassen, während neben ihr Statuen von barbusigen Frauen ausgestellt wurden. Und Frühchenmama Maria Ehrenstraßer erzählte, wie sie sich zum Flasche geben im Auto versteckt, weil sie sich in der Öffentlichkeit zu sehr schämte. Einig waren sich zudem alle, dass das Phänomen durch die Anonymität im Internet, aber auch die vermeintlich perfekte Welt, die dort manchmal suggeriert wird, verstärkt wird. „Diese negative Bewertung im Netz findet oft sehr oberflächlich statt, da muss man gar nicht viel von sich preisgeben“, so Susann Hoffmann von EDITION F. „Dabei wünscht sich die jeweilige Person eigentlich oft nur Bestätigung oder Anerkennung für sich selbst.“

Somit geht es am Ende vielleicht gar nicht so sehr darum, auf eine Veränderung bei den Personen zu hoffen, die andere auf beleidigende Weise kritisieren, sondern Mütter zu stärken, damit sie sich nicht beirren oder gar verletzten lassen. „Mütter brauchen andere Mütter“, fasst Camilla Rando zusammen. „Wir sollten uns einfach viel mehr gegenseitig unterstützen und unsere Energie lieber darauf verwenden, für gemeinsam Ziel wie bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder mehr Hebammen zu kämpfen.“ Aber manchmal geht es auch nur um eine Kleinigkeit im Alltag, wie Autorin Malin Elmlid findet: „Wir sollten uns gegenseitig ein besseres Gefühl geben, ganz nebenbei im Alltag, auf dem Spielplatz oder im Bus. Ganz nach der Regel ‚Drei Komplimente am Tag’. Ich finde das ist ein guter Vorsatz.“ Das fand das Publikum dem spontanen Applaus nach offenbar auch.

Über Löwenzahn Organics

Hinter dem jungen Berliner Unternehmen Löwenzahn Organics stehen die Löwenmamas Liz, Carmen und Alice. Gesunde Ernährung war ihnen schon immer wichtig – mit den ersten eigenen Kindern hat sich die Perspektive aber noch mal verändert: keine Kompromisse mehr, weder geschmacklich, noch was Qualität, Nährstoffe und Herstellung angeht. Da sie das Angebot auf dem deutschen Markt nicht vollends überzeugte, haben sie sich kurzerhand zusammengetan und Löwenzahn Organics gegründet. Seit Sommer 2017 produziert das Unternehmen Getreidebreie und Milchnahrung nach strengsten biologischen Standards und Qualitätsansprüchen – und geht bei den Themen Herstellung und Transparenz neue Wege.

Fotos: monday morning für Löwenzahn Organics

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