Wie schadet BPA deiner Familie und wie kannst du es vermeiden?

Deine Artikel des täglichen Bedarfs werden heutzutage mit großer Wahrscheinlichkeit in einer Fabrik hergestellt, die bei der Verarbeitung viele Chemikalien verwendet. In diesen täglichen Alltagsgegenständen können Stoffe enthalten sein, die möglicherweise schädlich sind. Als Eltern neigt ihr in der Regel dazu, mehr Dinge im Haushalt zu haben, was es noch schwieriger macht, jeden einzelnen Gegenstand, der mit deinem Kind in Berührung kommt, zu überblicken. Einer jener erwähnten Stoffe ist BPA.

Was ist BPA?

Bisphenol A (abgekürzt: BPA) ist eine der weltweit am meisten verwendeten Industriechemikalien und wird zur Plastikherstellung eingesetzt. Dieser Stoff schadet nicht nur dir, sondern auch der Umwelt. Er wurde schon in der Luft, in Staub und im Wasser von Flüssen, Seen und Meeren nachgewiesen. Trotzdem steigt die Verwendung dieser Chemikalie in Europa jedes Jahr um 8%. Sie wird hauptsächlich als Plastik klassifiziert, dabei weiß noch niemand, wie schädlich sie tatsächlich ist.

In welchen Produkten kann BPA gefunden werden?

Einer der künstlichen Stoffe, die in deinen Haushaltsgegenständen stecken, ist Bisphenol A. BPA wird häufig für die Herstellung von Plastik, u.a. in Babyartikeln, verwendet und daher ist der Kontakt mit BPA im Alltag oft schwer zu vermeiden. BPA wird als Farbbildner in Thermopapieren eingesetzt und ist daher häufig in Papierartikeln wie Kontoauszügen, Kassenbons, Fahrkarten und Parkscheinen zu finden. Auch die aus BPA gewonnenen Polycarbonate und Epoxidharze werden für die Herstellung von Gegenständen genutzt, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen – so beispielsweise Getränke- und Konservendosen.  Zum Glück wurde 2011 ein EU-Gesetz erlassen, das BPA in Babyflaschen verbietet. Seit dem Verbot konnten schon sehr viele Erkrankungen von Kindern vermieden werden. 

Welches Gesundheitsrisiko bringt BPA?

Die Giftigkeit einer dauerhaften Aufnahme dieser Substanz wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Dabei steht die mögliche hormonelle Wirkung des BPA im Vordergrund. BPA gilt als eine Art hormoneller Schadstoff, da es eine östrogenähnliche Wirkung hat, die den Hormonhaushalt verändert. Dies ist besonders in kritischen Lebensphasen wie der Schwangerschaft gefährlich. Die Auswirkungen von BPA werden mit Entwicklungsstörungen bei Mädchen und Jungen im frühen Erwachsenwerden sowie einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung (Unfruchtbarkeit, reduzierte Spermienzahl und Impotenz) in Verbindung gebracht.

Kinder können  aufgrund dieser gesundheitsschädlichen Chemikalie Lernstörungen entwickeln. Bei Säuglingen, insbesondere Ungeborenen, so Experten, könne BPA möglicherweise bereits in geringen Mengen das Immunsystem angreifen und darüber hinaus zu einer Störung der embryonalen Entwicklung (Fehlbildungen) führen. Bisphenol A wird zudem als Mitverursacher von Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht diskutiert.

Welche Babymilch ist die Beste für dein Baby?

Wie vermeidet man die Aufnahme von BPA?

Ganz viele natürliche Produkte, vor allem Babyprodukte, enthalten Bisphenol A. Also sei achtsam, wenn du Produkte für dein Kind kaufst und achte darauf, dass sie BPA-frei sind. Aber was passiert, wenn du mit deinem Kind ins Ausland reist und dort der Lieblingsschnuller oder das Fläschchen verloren geht? Ein BPA-Verbot gibt es bisher nur in der EU. Wie kannst du also sichergehen, dass dein neuer Schnuller kein Bisphenol A enthält? Auf der Packung sollte „BPA-frei“ zu lesen sein. Es gibt verschiedene Kunststoffalternativen zu Polycarbonat (das aus BPA hergestellt wird), so werden zum Beispiel Babyflaschen aus Polypropylen und Polyethersulfon angeboten. 

Wie bereits erwähnt, wird das Verkaufsverbot für Babyflaschen auf Polycarbonatbasis in der EU seit 2011 umgesetzt. Hierzu zählen Trinkflaschen für Babys und Erwachsene. Produkte wie Schnuller und Spielzeug, die ohne Verwendung von Bisphenol A hergestellt werden, sind durch das Siegel “BPA-frei” gekennzeichnet. 

Nachfolgend einige Tipps, wie du den Kontakt mit BPA im Alltag vermeiden kannst:

  1. Verzichte auf Quittungen, wenn du sie nicht brauchst, und bitte Kassierer und Kassiererinnen, sie nicht zu drucken.
  2. Entsorge Thermopapier sorgfältig im Restmüll. 
  3. Wasche dir die Hände, wenn du Thermopapier berührt hast, und lass Kinder nicht damit spielen.
  4. Wähle Karton- und Glasbehälter anstelle von Dosen.
  5. Benutze Glas- oder Porzellanbehälter für deine heißen Speisen und Flüssigkeiten.
  6. Kaufe Babynahrung in Pulverform und vermeide vorgemischte flüssige Babymilch.

Der Verbrauchsgrenzwert für BPA

Wie viel Aufnahme von BPA würde im sicheren Bereich liegen? In Europa gibt es einen Grenzwert für BPA, den sogenannten TDI-Wert. TDI steht für “tolerable daily intake” und ist diejenige tolerierbare Menge eines Wirkstoffs, die für einen Menschen bei lebenslanger täglicher Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich gilt. 2015 legtedie EFSA fest, dass der BPA-Grenzwert für den täglichen Konsum 4 Mikrogramm pro kg Körpergewicht beträgt. Für Kinderspielzeug beträgt der Grenzwert (Migrationswert) nach der EU-Sicherheitsnorm EN71-9 0,1 mg/l.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.